Sauer macht lustig, scharf macht geil

Erstellt von Alexander am 5. Dez

Ob beim Verzehr saurer Partygurken in geselliger Runde oder beim stillen Genuss eines Rucola-Salates mit Aceto Balsamico – die alte Volksweisheit „Sauer macht lustig“ hat sich bislang noch immer bewahrheitet. Denn besonders gesunde Lebensmittel wie Zitronen und Essig ermöglichen es bei einem maßvollen Konsum sehr gut, dass der Säure-Basen-Haushalt im menschlichen Körper im Lot bleibt und so für gute Laune sorgt.

Nun verbreitet sich aber zusätzlich immer mehr die Ansicht, dass scharfe Lebensmittel wie Chilischoten dagegen auch „scharf“ im übertragenen Sinne, also geil machen sollen. Die Gelehrtenmeinungen über die angenommene aphrodisierende Wirkung von Pfeffer, Curry, Chili und Co. gehen jedoch weit auseinander, so dass sich nicht mit Sicherheit behaupten lässt, ob scharfe Gewürze tatsächlich das Lustempfinden erhöhen oder einfach nur die Fantasie in Gang setzen, wie etwa bei der Entwicklung scharfer Wohnideen. Allenfalls bei einzelnen Gewürzen lässt sich nachweisen, dass sie die menschlichen Sexualhormone anregen und so die Lust steigern.

Zum Beispiel beim Ingwer, dessen für die Schärfe zuständiges Gingerol stimulierend wirkt und sowohl den Kreislauf, als auch die Durchblutung in Wallung bringt. Bei anderen Gewürzen wie Chilischoten oder Cayenne-Pfeffer erklärt man sich die anregende Wirkung, neben dem schweißtreibenden Effekt, hingegen mit der Freisetzung des Glückshormons Endorphin, die von einer sanften Reizung der Schmerzrezeptoren bei der Wahrnehmung der Schärfe ausgelöst wird.

Ob und wie stark einzelne Nahrungsmittel scharf sind, zeigt die nach seinem Erfinder benannte Scoville-Skala an, in maximalem Werten zwischen 15 und 16 Millionen (reines Capsaicin). Es liegen bislang keinerlei statistische Untersuchungen vor, ob beispielsweise Probandinnen einer Begleitagentur Berlin auf solche Spitzenwerte ansprechen oder nicht, und wenn ja, wie sich das dann konkret äußert. Dass Chilisaucen mit einem hohen Scoville-Wert also zu besonders ausschweifenden erotischen Fantasien, wie etwa BDSM Rollenspielen, animieren würden, gehört daher doch eher ins Reich der Legenden.

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